Wer so fleißig und gut verdienend ist, darf sich auch etwas gönnen. 1868 wurde sein erstes Segelboot, die Saint-Michel, fertiggestellt und auf den Namen seines Sohnes getauft. Die Beschreibung der Yacht bei Biograf Max Pop: »Wünschen Sie die Bekanntschaft der Saint-Michel zu machen? … Das ist eine Yacht von 8 bis 10 Tonnen, getakelt wie die Fischerboote in der Bucht der Somme. Vorn ein Loch für die Mannschaft, hinten ein Zimmer für den Kapitän und seine Gäste, wenn man eine Kabine 4 ½ Fuß Höhe, 6 Fuß Breite Zimmer nennen darf; rechts und links zwei Gestelle an die Bordwand gelehnt, die dank ihrer Seegrasmatratzen zwei Betten von zweifelhafter Weichheit repräsentieren. Hinter der Treppe oder vielmehr der Stiege, die von der Brücke des fraglichen Zimmers hinabführt, ein breiter Schrank mit der Schiffsbibliothek, d. h. mit dem Gezeiten-Kalender, einigen Seekarten, drei oder vier dicken Wörter- und Reisebüchern. Auf der Brücke eine Kanone, die man nicht abfeuern darf, ohne zuvor seine Seele Gott zu empfehlen, so leicht kann sie zerspringen.« Die Saint-Michel erwies sich als ausgezeichnetes Schiff. Verne war begeistert: »Die Saint-Michel […] wurde zu einem der schnellsten Schiffe in der Somme-Bucht, und bei guter Brise fliegt sie nur so über das Wasser! Wir hatten mit sehr starkem Seegang zu kämpfen, aber das Schiff hat sich immer vorbildlich verhalten.« An Bord dieser Yacht schrieb Jules Verne auch einige Teile von »Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer«, einem weiteren Erfolgsroman. »Was habe ich auf See für schöne Dinge gefunden, als ich auf der Saint-Michel segelte!« Aber ihr Segelradius war auf die Küstennavigation beschränkt. Deshalb suchte Verne nach einem größeren Boot, das komfortabel, aber auch schnell war und nicht zu viel Mannschaft erforderte. Ein Jahr zuvor war er Mitglied des sehr exklusiven Yacht Club de France geworden und brauchte jetzt eine Yacht, die seinem Ruf entsprach. Ein Kapitän, mit dem er manchmal segelte, empfahl ihm die Lotsenboote des Hafens von Le Havre, die berühmten »Hirondelles de la Manche«, die für ihre Geschwindigkeit bekannt waren. Denn bei den Lotsenbooten gewann derjenige den Auftrag, der als Erster bei dem Schiff eintraf, das auf der Reede vor Anker lag. Dafür brauchte man schnelle Boote mit kleiner Besatzung. So gab er 1875 sein zweites Boot in Auftrag. Die Saint-Michel II hatte einen von den Lotsenkuttern abgeleiteten Rumpf und wurde von der Werft Abel Le Marchand gebaut. Das 20-Tonnen-Schiff wurde nach den Bedürfnissen des Autors eingerichtet und verfügte sogar über einen kleinen Schreibsalon. Ihren Heimathafen konnte sie nicht wie das Vorgängerboot in Le Crotoy haben, denn sie war ein Langkieler und somit für den dortigen Flachwasserhafen nicht mehr geeignet. So wurde der Fischerort Le Tréport zu seinem Heimathafen. Skizze seiner Yacht SaintMichel // Sketch of his yacht Saint-Michel Die Saint-Michel erwies sich als großartiges Schiff // The SaintMichel turned out to be a perfect ship 80
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