ner Arbeit waren damit schon erledigt!« Rückblickend auf dieses Rennen sagte Paul in Helsinki: »Ich bin superglücklich, dass ich Robert letzten Monat geschlagen habe, denn, weißt du, wir werden beide älter, aber er ist immer noch 15 oder 20 Jahre jünger als ich. Ich war so viele Jahre lang frustriert. Eddie Cutillas von Bacardi sagt mir immer wieder: ›Nächstes Jahr wird dein Jahr.‹ Der Druck wächst und wächst. Ich bin dankbar, dass wir es geschafft haben. Eine Last von zweihundert Pfund ist mir von den Schultern gefallen!« DIE MAGIE DES STARBOOTS Nach dem Bacardi Cup fasste Frithjof Kleen es wie folgt zusammen: »Die Star-Klasse ist die wichtigste Einheitsklasse der Welt. Es ist das Boot, es ist die Gemeinschaft, es ist die Kameradschaft, es ist die Tradition.« Doch was steckt noch hinter dem anhaltenden Erfolg des Internationalen Star, der Anfang des 20. Jahrhunderts entworfen wurde und bis heute aktuell ist, auf allen Ebenen und in Dutzenden von Ländern weltweit gesegelt wird? Liegt es daran, dass das Boot so anspruchsvoll zu segeln ist, auch wenn es auf den ersten Blick einfach aussieht? »Ja, es ist in jeder Hinsicht anspruchsvoll. Zum einen ist es körperlich sehr anstrengend«, erklärt Paul. »Zu der Zeit, als ich noch als Crewmitglied dabei war, hatten wir keine Ausreithilfen, und es lief viel Wasser in die Boote. Als Crew musste man die Pumpen bedienen, man musste ohne Hilfe ausreiten. Und man musste die Backstagen bedienen. Die Backstagen waren auf Schienen, also musste man bei jeder Wende das Backstag in Luv dichtnehmen und das leeseitige loslassen. Das ist immer noch so. Heute haben wir allerdings einen Doppelboden und ein selbstlenzendes Cockpit. Aber die meisten Herausforderungen bleiben bestehen. Das Großsegel ist so groß, dass es für den Skipper schwere Arbeit ist und sehr viel Kraft kostet, es zu halsen oder einfach so dichtzunehmen. Technisch gesehen ist das Boot wegen des Mastes sehr anspruchsvoll. Man nimmt im Grunde denselben Segelsatz von 5 Knoten bis zu 25 oder 30 Knoten Wind, was es zu einem der wenigen Bootstypen macht, bei denen man über den gesamten Windbereich hinweg dieselben Segel verwendet. Die Mastkurve wird dann besonders wichtig, um den Bauch des Großsegels zu reduzieren, sodass es bei starkem Wind zu einem recht flachen Segel werden kann. Zu verstehen, wie man die Wanten trimmt, wie man die Backstagen einsetzt und all das, braucht schon ein wenig Zeit.« Das Boot selbst sieht jedoch im Vergleich zu den meisten modernen und sogar klassischen Designs eher archaisch aus. »Das scheint der ursprüngliche Reiz zu sein: die Takelage und in gewisser Weise die Einfachheit des Ganzen«, sagt Paul. »Nur zwei Personen. Die Tatsache, dass es ein Knickspanter ist, ist auch irgendwie interessant, statt eines Bootes mit rundem Boden. Es gibt Situationen, in denen es wichtig ist, zu wissen, wie man die Kimm einsetzt. Am Wind und vor dem Wind. Wenn wir vor dem Wind segeln, krängen wir stark nach Luv und schneiden mit der Kimm durch die Wellen.« Ein solches Boot zieht natürlich eine ganz besondere Art von Spitzenseglern an, was wiederum dazu beigetragen hat, die Legende zu begründen. »Als ich noch ein Kind war und zum ersten Mal als Crewmitglied für Tom Blackaller segelte – ich war damals 18 –, kamen wir um die Leetonne herum, und Bill Buchan lag an der Spitze, gefolgt von Buddy Melges, und wir waren auch dabei. Und dann war Dennis Conner direkt hinter uns. Und Tom fragte: ›Wendet Dennis jetzt oder nicht?‹ Und ich sagte: ›Ja, er hat gerade gewendet.‹ So segelte ich schon in sehr jungen Jahren mit den Größen des Segelsports. Und schon davor gab es, wie du weißt, Straulino und viele andere großartige Segler. Und dann kam die ganze Finn-Generation nach. Percy, Loof, viele andere, und wir hatten Torben. Torben Grael gehört irgendwie zu meiner Generation. Aber Mark Reynolds ist eigentlich der Gewinner. Er hat zwei Weltmeisterschaften, zwei olympische Goldmedaillen in der Star-Klasse und eine Silbermedaille. Er ist sozusagen der König. 51 weiterlesen
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