DIE HISTORIE Als sie 1920 vom Stapel lief, hieß die Yacht, die wir als Lulworth kennen, eigentlich Terpsichore und war zunächst kein Erfolg bei den Rennen. Die Zeit fiel mit einem Rückgang der Teilnahme großer Yachten an den Regatten in England und Schottland zusammen, und da es nur wenige Top-Yachten gab, gegen die sie antreten konnte, bestritt sie nur sehr wenige Rennen. 1924 wurde sie von Herbert Weld erworben, der sie zu Ehren seines alten Familiensitzes Lulworth Castle in Lulworth umbenannte. Er stellte zudem eine erstklassige Crew zusammen und begann sofort, Regatten zu gewinnen. Dies verbesserte sich noch weiter, als er im Winter 1924/25 das Rigg neu gestalten und einen neuen Bleikiel gießen ließ. Das neue Rigg war von Macgruer entworfen und gebaut worden und war viel leichter als sein Vorgänger. Der Erfolg stellte sich sofort ein, und die Saison 1925 war ihre beste überhaupt. Auch die Saison 1926 war für Lulworth äußerst erfolgreich: Sie gewann 20 »Flags« (Zielflaggen für die erste Yacht) bei 29 Starts. Doch das Ende ihrer Rennkarriere nahte, als die Handicap-Regeln geändert wurden und sie plötzlich fast jeder anderen großen Yacht in der Flotte Zeit vergüten musste. Die meisten davon sogar mit Bermuda-Riggs! Trotzdem gewann sie 1927 noch fünf Rennen, allerdings nur an Tagen mit starkem Wind. Ihr Kapitän und ihre Crew machten sich bei leichtem Wind gar nicht erst die Mühe, an den Start zu gehen. Zwischen 1931 und 1933 stand Lulworth zum Verkauf und segelte kaum noch. Mary A. Beazley kaufte sie 1932 und baute sie zu einer Ketsch mit verkürztem Baum um, mit der sie mehrere Jahre lang glücklich umhersegelte. 1937 wurde sie an Carl Bendix verkauft, der sein Vermögen mit dem Verkauf von Schokolade gemacht hatte. Er plante, mit ihr um die Welt zu segeln, doch die herannahenden Feindseligkeiten des Zweiten Weltkriegs zwangen ihn, sie in einem Schlickliegeplatz im Fluss Hamble in Südengland stillzulegen. Hier verlor sie 1943 ihre Masten, als Bomben eines deutschen Luftangriffs in der Nähe einschlugen, und ihr Rumpf wurde leicht beschädigt. 1947 kauften Richard und Irene Lucas sie und bauten sie schließlich zu einem Hausboot um, auf dem sie viele Jahre lang lebten. Auch wenn dies möglicherweise ein unrühmliches Ende ihrer Rennkarriere war, bedeutete es doch, dass sie als eine Art Zeitkapsel erhalten blieb, was ihre spätere Restaurierung ermöglichte. DATEN Länge an Deck: 37,2 m Länge über Alles: 46,5 m Masthöhe: 52 m Länge des Großbaums: 28 m Segelfläche am Wind: 855 m² Großsegel: 465 m² Toppsegel: 133 m² Spinnaker: 500 m² MPS: 862 m² Tiefgang: 5,20 m Verdrängung: 189 t 37 weiterlesen
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